Der Heimat- und Verkehrsverein Schmandlecker e.V. begrüßt Dich

Nachdem der 1994 gegründete Heimat- und Verkehrsverein Gerterode e.V. sich vor etwa 10 Jahren aufgelöst hat, wurde 2023 der Ruf vieler Einwohner laut, die Aufgaben des damaligen Vereins wieder aufzunehmen und den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

 

Der Zweck des Heimat- und Verkehrsvereins Schmandlecker e.V. reicht von der Verbesserung des Ortsbildes, der touristischen Erschließung der Wanderwege, der Erweiterung des kulturellen Angebots im Ort bis hin zur generationsübergreifenden Verständigung und damit Stärkung und Reaktivierung des Gemeinschaftsgefühls. 

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Herausforderungen, hervorgerufen durch den demographischen Wandel, denen sich auch Gerterode nicht entziehen kann. Daher stellen die Jugendarbeit, aber auch die Unterstützung und Inklusion der älteren Generation wichtige Säulen der Vereinsarbeit dar. 

 

 

 

Der Heimat- und Verkehrsverein Schmandlecker e.V. ist bis in die Zehenspitzen motiviert und freut sich über jedes neue Mitglied, das sich aktiv oder passiv einbringt und den Ort mit einem Mitgliedsbeitrag von nur 12€ pro Jahr unterstützen möchte.

 

Hier kommst Du zu der offiziellen Seite von Gerterode.

Woher kommt der Name "Schmandlecker"?

Im Eichsfeld, wo der Schmand – also saure Sahne – noch heute ein Genussmittel ist, lebten um das Jahr 1911 die Gerteröder in harten Zeiten. Viele Männer mussten ihre Familien verlassen, um in Kassel, Halle oder Nordhausen Arbeit zu finden. Wer Glück hatte, bekam einen Platz im Zug – oder schlich sich ohne Fahrkarte hinein. Besonders pfiffige Burschen aus Gerterode sprangen oft auf das Trittbrett, sobald der Zug anfuhr, und wechselten geschickt die Abteile, um dem Schaffner zu entgehen.

Doch eines Morgens wurden sie von einer neuen, resoluten Schaffnerin aus Halle überrascht. Mit einem Trick stieg sie in ihr Abteil – genau als die Gerteröder gerade sorglos Karten spielten. Auf ihre fordernde Frage nach den Fahrkarten folgte betretenes Schweigen und hektisches Suchen in allen Taschen. Schließlich platzte es aus einem der Männer im schönsten Plattdeutsch heraus, er wolle doch mal »inne Orschficken fasse«. Sein Kumpel belehrte ihn mit gespielter Höflichkeit, das heiße doch bitte schön „Gesäßficken“. Die Schaffnerin war sprachlos, errötete und verschwand. Doch in Halle ließ sie die Bahnpolizei kommen – zu spät: die Gerteröder waren längst vom Zug gesprungen.

Einige Tage später, beladen mit Rucksäcken, Kisten und Taschen, standen die Männer wieder am Bahnsteig. Die Hallenser Schaffnerin ließ sich ihre Kränkung nicht gefallen und rief höhnisch laut über den Platz: „Eichsfelder mit Kisten und Kasten und langen Säcken hinten einsteigen!“ – zur allgemeinen Belustigung der Umstehenden. Doch die Gerteröder nahmen’s mit Humor – mit einem Schluck Schnaps ließ sich alles ertragen.

Auf dem Heimweg machten sie Rast an einem Bildstock nahe Gerterode. Dort entdeckten sie einen gut gefüllten Korb mit Vesperbrot – gedacht für die Arbeiter beim Kartoffellesen im Tal. Ohne lange zu überlegen, machten sie sich über das Essen her: Blasenwurst, Kochkäse, Brot, und natürlich der Schmand wurden restlos verputzt. Und als freche Krönung malten sie der Heiligen Jungfrau im Bildstock einen dicken Schmandbart ins Gesicht.

Doch damit nicht genug – sie versteckten sich im Wald, um die verdutzten Gesichter der betrogenen Arbeiter zu sehen. Als schließlich eine Magd den leeren Korb und den beschmierten Bildstock sah, rief sie aufgeregt: „Ein Wunder! Die Jungfrau hat’s gegessen!“ Doch die Bauersfrau, weniger leichtgläubig, entdeckte die Halunken im Wald, schimpfte lauthals und schleuderte ihnen die Worte entgegen, die sich bis heute erhalten haben:

 

„Ihr verfluchten Schmandlecker!“

 

Und so kam es, dass die Gerteröder seither – mit einem Augenzwinkern – „Schmandlecker“ genannt werden.

 

(Aufgeschrieben von Gottfried Kunkel)